Täterschutz kann nicht richtiggestellt werden

Dies ist eine Antwort auf den Text „Richtigstellung zum „offenen Brief“ von marlenehatesgermany an die KIT und Hansa48“ der KIT. Wir waren zunächst fassungslos, dass die KIT die Reaktion in dieser Weise erfolgen lässt, sich in „Tierbefreier_innen vs. Antideutsche“-Identitätskategorien verliert und sich vor allem letztendlich mit der TAN solidarisiert.

Klar ist…

Wir wollen uns eigentlich gar nicht auf die Ebene der KIT begeben und genauestens auf die vielfältigen Vorwürfe gegen unsere Gruppe reagieren. Um Außenstehende zu informieren und Gedankengänge von uns klarer darzustellen, möchten wir trotzdem zunächst auf einige, gewichtige Vorwürfe eingehen, die wir öffentlich so nicht stehen lassen wollen.
Zuerst wäre klarzustellen, dass sowohl wir als auch andere Einzelpersonen aus Kiel an Einzelpersonen der KIT mit der Kritik an die TAN herangetreten sind und wir uns wegen der Nicht-Beachtung der Kritik und der zeitlichen Nähe der geplanten Veranstaltung dazu entschlossen haben, den „Offener Brief an die „Kieler Initiative für Tierbefreiung“ und die „Hansastraße 48“ vom 13.05.2010“ zu veröffentlichen und zwecks Information, neben Mails, diesen auch auszulegen. Es war nie unsere Absicht, die Tierbefreiungstage zu verhindern oder zu diskreditieren oder sonst wie zu sabotieren. Es ging uns allein um die Einladung der TAN, die Täterschutz und innerlinke Gewalt praktiziert, zu einem von insgesamt acht Vorträgen. Auch wenn wir Kritik an dem Text „Well Adjusted People“ haben, würden wir diese nie durch eine Verhinderung/ein Verbot der Veranstaltung zum Ausdruck bringen. Wiederum geht es darum, dass die TAN diesen Vortrag hält, deren Referent_innen den Raum als Täterschützer_innen ausfüllen und somit kein Platz für Thematisierung von Sexismus gegeben ist, weil jegliche (linksradikale) Diskussionsgrundlage dafür fehlt. Und es ist ebenfalls ein ganz anderer Kontext, wenn eine Gruppe wie „Les Madeleines“ eine theoretische Diskussion über Definitionsmacht anstößt oder eine Gruppe wie die TAN inmitten einer Vergewaltigungsdebatte die Definitionsmacht der betroffenen Frau infrage stellt. Weitere haltlose Vorwürfe und falsche Darstellungen zu thematisieren würde diese Seite wohl noch füllen, ist uns aber müßig.
Denn uns geht es vor allem um den Täterschutz und die ablehnende Position zur Definitionsmacht, die die TAN zum absoluten No-Go in linksradikalen Strukturen machen. Um diese zu verdeutlichen, zitieren wir die TAN aus einem Brief an den Schwarzmarkt vom 25.04.2008, der auch im Anhang zu finden ist. Dort ist auf Seite 3 >>„vergewaltigte Frau“< < in Anführungszeichen gesetzt und auf Seite 4 von >>damit ist T. gemeint, dem von Teilen Eurer „Szene“ vorgeworfen wird, er sei ein „Vergewaltiger“<< die Rede, Vergewaltiger wiederum in Anführungszeichen. Das geht deutlich über ein Nicht-Positionieren hinaus und stellt die Vergewaltigung aus der Sicht der Betroffenen infrage.

Zur KIT

Die KIT erkennt laut ihrem Schreiben die Definitionsmacht generell an, doch wenn es gilt, diese konkret zu verteidigen, was in diesem Fall zu tun wäre, reicht es, wie so oft in leidig-geführten, innerlinken Sexismusdebatten, nicht über ein Lippenbekenntnis hinaus. Auch die Solidarisierung mit Täterschützer_innen zeigt, dass bei der KIT zu erwartende, linke Mindeststandards nicht erfüllt sind. Solange die KIT sich nicht glaubhaft von solchen Positionen distanziert, werden wir nicht gemeinsam mit der KIT in linksradikalen Strukturen arbeiten oder vertreten sein. Wir fordern auch andere Gruppen/Projekte/Einzelpersonen auf, ihren Umgang mit der KIT zu finden. Eine Veranstaltung der TAN kann für uns nicht in, zumindest linksradikalem, Rahmen und, darauf bezogen, zu keinem Zeitpunkt stattfinden.

marlenehatesgermany 19.05.2010